Archiv für Juli 2012

Studenten-WM: katastrophale Einzelläufe

Die letzten Wochen meiner Vorbereitung liefen gut und so fuhr ich sehr positiv gestimmt hierher an die Studenten-Wm in Alicante/ Spanien. Mir war zwar klar, dass nach meiner Verletzung und Verlauf der Saison kein Topergebnis drinnen liegt – solide technische Leistungen waren das Ziel, was mir leider nicht gelang.

Die Langdistanz liess ich aufgrund meiner Fussverletzung aus (4 Läufe in Folge wären für den Fuss vermutlich grenzwertig gewesen) also war der Sprint meine erste Disziplin. Hier hatte ich in den letzten Wochen im training ein immer besseres Gefühl  und immer kleiner werdenen Rückstand und der Sprint war sozusagen mein Hauptziel – im Nachhinein wahrscheinlich auch  der Grund warum ich mir wahrscheinlich  zu viel erwartet habe und der Lauf in einer einzigen Katastrophe geendet hat. Gerade bei so einem schwierigen Sprint (ich war am Anfang wirklich überfordert) gibt es halt einfach nur volle Konzentration auf die Karte – statt durch Hudeln Abkürzungen suchen. Dazu kam leider auch noch (dies war aber nicht der alleinige Grund für mein Versagen) an zwei Orten wo ich bereits schon dabei war einen Fehler zu  machen, die Karte überhaupt nicht stimmte (ein Durchgang war kein Durchgang, und eine Wasserrinne war ein Platz) und ich so durch meine Unsicherheit noch mehr Zeit verlor. Eine plötzlich auftauchende Übelkeit bei den letzten 3 Posten und die Folgen daraus bei meiner Zielankunft – rundeten den Lauf noch ab – zum sp…bn 😉

Für die Mitteldistanz heute waren meine Erwartungen demensprechend niedriger – ein solider technisch sauberer Lauf im extrem schwierig, speziellen Gelände waren das Ziel, was mir nach einer kleinen Unsicherheit zum ersten Posten auch gelang. Schön ein Posten nach dem anderen, alle wichtigen Dinge kontrollieren und als dann die Schwedin, die zwei Minuten hinter mir gestarten war kam und ich mit ihr durch 2 gute Routenwahlen bei den nächsten Posten mithalten, ihr sogar etwas abnehmen konnte gaben mir Sicherheit und bis auf ein paar kleine Fehler lief es wirklcih gut. Beim 9. Posten – nach gut 2/3 des Laufes kam dann die Finnin die 4 Minuten hinter mir gestartet war und ich dachte noch: hej das ist eigentlich gut 4 Minuten – und das Ziel schien schon extrem nahe – leider viel zu früh, ich entschied mich für die Risikoroute statt mit der Finnin einen Graben entlang runtherumzulaufen, verpasste leider (wie einige andere anscheinend auch) die auf der Karte riesig scheinende Rinne und lief viiiiiel zu weit bis ich an einen Weg kam, der leider an einem ziemlich anderen Ort war, als ich sein sollte. Anstatt stehenzubleiben und mich wirklich aufzufangen lief ich sinnlos herum bis ich nach mir unendlich scheinenden zeit (mehr als 5 Minuten) meinen vermeintlichen Posten auf einem weit entfernten Hang blitzen, ich lief hin es war meiner und gleich wieder vom Posten weg. Leider jedoch spinnte sich der Fehler noch weiter und durch die falsche Laufrichtung aus der ich kam lief ich auch wieder falsch vom Posten weg, mir noch unerklärlich über den falschen Bach auf einen falschen Hügel. Auch dort wollte ich meinen Fehler wieder nicht glauben, als ich dachte die Stromleitung sei jetzt doch schon sehr nahe, und lief nochmal zurück zum Graben ob ich eh richtig bin (Miss Supergscheid). Ich stellte falsch fest dass es schon passen muss bis ich entgültig unter der stromleitung stand und wusste dass ich ein zweites mal alles zurück muss – weitere 5 Minuten dahin. Danach war ich sehr deprimiert, wollte einfach nur mehr zurück ins Ziel und im Grunde wars mir in dem Moment auch schon egal noch ein paar Sekunden ins Ziel zu verlieren – was nicht soo schlimm gewesen wäre, wenn nicht beim vorletzten Posten der schwierigste Posten des ganzen Laufes auf mich gewartet hätte. Ohne richtigen Ablaufpunkt mit ungenauer Richtung zweigte ich ab in die Büsche und wenn man weiss dass sogar Leute mit Plan den Posten gesucht haben hätte es schon sehr viel Glück gebraucht ihn so zu finden – nach einem frustrierten Wandermarsch, steuerte ich schlussendlich den letzten Posten an von dem ich  (und das war eine riesige Überwindung  nicht gleich ins ZIel zu laufen 😉  wieder zurück zum Vorletzten steuerte – weiter 9min gingen auf mein Fehlerkonto – die Finnin und die Schwedin hatten mir auf dem letzten Teil des Laufes noch mehr als 20Minuten abgenommen.

Bezüglich solch einem Lauf habe ich nur zwei Möglichkeiten: Nie wieder einen Schritt mit Karte und Kompass ins Gelände machen oder den Lauf für heute einfach beim 9. Posten mit einem guten aber nicht perfekten Lauf (in einem Traumgelände finde ich) zu Ende sein lassen und den letzten Teil aus meinem Gedächtnis löschen und daraus lernen im Wettkampf niemals übermütig zu werden und sich in Sicherheit zu wiegen…

…Morgen folgt die Staffel mit Marlene und Angi (Marlene, ich, Angelika) – also hab ich mich für letzteres entschieden 😉

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